Rasierpinsel 1x1

Ein Rasierpinsel ist ein dicker, kurzstieliger Pinsel zum Auftragen von Rasierseife bzw. Rasierschaum für die Nassrasur. Die Rasierseife oder Rasiercreme wird dabei entweder vor dem Auftragen in einem Tiegel aufgeschlagen oder direkt im Gesicht aufgeschäumt. Um einen ausreichend feuchten Schaum zu erzeugen, muss der Rasierpinsel eine genügende Menge Wasser aufnehmen können.

 

Geschichte des Rasierpinsels

Die ersten Rasierpinsel sollen ca. im Jahr 1748 aufgekommen sein. Vorher war es allgemein gebräuchlich Rasierseife mit der Hand aufzuschäumen.
In Europa erlangten die Rasierpinsel zu Beginn des 19. Jahrhunderts breitere Bekanntheit. Dennoch war das Aufschäumen mit der Hand zumindest in England noch bis 1810 sehr verbreitet.
Um 1949 wurden die ersten Rasierschaumsprühdosen entwickelt, in den 1970er Jahren dann die ersten Rasiergels. Durch deren weiterer Verbreitung ist die Verwendung von Rasierpinseln im westlichen Kulturraum nach und nach zurückgegangen.

 

Haartypen von Rasierpinseln

Dachshaar

Die teuersten und besten Rasierpinsel bestehen aus Dachshaar. Das Haar für Dachshaarpinsel wird heute nahezu ausschließlich in China gewonnen. Die höchste Qualitätsstufe ist der „Silvertip“ (englisch auch Super Badger; deutsch Silberspitz), dessen Haare besonders weich sind, eine helle Spitze aufweisen und vom Bauch- und Nackenbereich des Dachses stammen.
Danach folgt der dunklere und weniger feine „Best Badger“ und schließlich der „Pure Badger“, dessen Haare den größten Durchmesser aufweisen und dementsprechend weniger fein sind.

 

Rasierpinsel und Borsten

Rasierpinsel aus Wildschweinborsten sind härter als Dachshaarpinsel und massieren die Haut beim Auftragen des Rasierschaums stärker. Von einigen Anwendern werden sie deshalb insbesondere für die Verwendung von Rasierseifen empfohlen. Borstenpinsel halten weniger Wasser als Dachshaarpinsel und sind deshalb zu weitaus erschwinglicheren Preisen zu erwerben.

 

Pferdehaar

In Ländern Nordafrikas und dem mittleren Osten sind Rasierpinsel aus Pferde- oder Rosshaar auch heute am stärksten verbreitet. Dachshaarpinsel sind in diesen Gegenden aufgrund ihres hohen Preises für die breiten Bevölkerungsschichten unerschwinglich. Schweineborsten kommen nicht zur Anwendung, da Schweineprodukte in Ländern mit einer überwiegend islamischen Bevölkerung als unrein gelten.
Rosshaar wird auch als „Grobhaar“ bezeichnet, denn es hat keine Spitzen und ist wesentlich einfacher zu verarbeiten als Dachshaar.

 

Synthetische Fasern bei Rasierpinseln

Rasierpinsel die aus synthetischen Fasern hergestellt werden, werden heute vor allem denjenigen Anwendern empfohlen, die Tierprodukte aus ethischen Gründen ablehnen. Der Vorteil von Rasierpinseln aus synthetischen Fasern ist, dass diese wesentlich leichter zu pflegen sind als die empfindlichen Produkte aus Dachshaar. Dagegen können sie aber auch nicht so viel Wasser wie Dachshaarpinsel halten.

 

Griffmaterialien von Rasierpinseln

Als Griffmaterialien werden heute fast alle verfügbaren und haltbaren Rohstoffe verwendet. Hierzu zählen unter anderem Holz, Metall und synthetischen Materialien wie Nylon, Micarta oder andere Kunststoffe. Vorteile der Kunststoffgriffe sind ihre Widerstandsfähigkeit gegen Wasser und Bruch sowie ihre Farbbeständigkeit. Holzgriffe dagegen können durch Wasser Risse entwickeln und sollten deshalb nach der Verwendung in einem Rasierpinselhalter (auch Abtropfständer genannt) gelagert werden, damit die Haare nach unten abtropfen können. Metallgriffe erfordern besondere Vorsicht, wenn zum Aufschäumen der Rasierseife oder -creme eine Rasierschale aus einem zerbrechlichen Material verwendet wird.
Ein guter Rasierpinsel hält bei entsprechender Pflege jedoch über Jahre. Dieses sollte stets in die Kaufentscheidung mit einbezogen werden.

 

Sonderformen

Eine Besonderheit unter den Rasierpinsel stellen solche Exemplare dar, die für die Verwendung auf Reisen konzipiert wurden. Im Vordergrund steht hierbei, dass die empfindlichen Dachshaare während des Transportes geschützt werden. Eine der heute im Handel befindliche Ausführungen von Reiserasierpinseln besteht aus einer zylindrischen Hülle aus Kunststoff, die den Pinselkopf während des Transports aufnimmt und schützt. Alternativ werden im Handel auch entsprechende Lederhüllen für normale Rasierpinsel angeboten. Diese sind mit Luftlöchern ausgestattet, so dass der Rasierpinsel gut trocknen kann.

 

Richtige Anwendung von Rasierpinseln

Vor dem Aufschäumen der Rasierseife wird der Rasierpinsel so lange in warmes Wasser getaucht, bis sich die Haare vollgesogen haben. Das überschüssiges Wasser wird dann mit einer schwungvollen Bewegung aus dem Pinselkopf entfernt.

Anschließend wird der feuchte Rasierpinsel auf einem Seifenstück gerieben oder mit seiner Spitze in den Rasiercremetiegel eingetunkt. Rasiercreme aus Tuben wird entweder direkt in den Tigel gegeben, oder mit der Hand im Gesicht verteilt.

In einem dritten Schritt wird die Seife oder Creme dann in einer Rasierschale, oder bei Rasiercreme auch direkt im Gesicht, mit dem Rasierpinsel aufgeschlagen. Hierzu werden mit dem Pinsel so lange kreisende Bewegungen ausgeführt, bis der Rasierschaum eine möglichst sahneartige Konsistenz erlangt hat. Generell gilt bei der Erzeugung von Rasierschaum, dass sowohl die Wassermenge als auch die Rührzeit die Konsistenz des Schaums beeinflussen.

Je mehr Wasser verwendet wird, umso dünnflüssiger wird der Schaum, und je länger gerührt wird, desto fester wird die Konsistenz des Rasierschaums.

Männer die sich mit dem klassischen Rasiermesser oder Rasierhobel rasieren verwenden vor dem Auftragen des Rasierschaums häufig ein Rasieröl. Dieses pflegt die Haut und lässt die Klinge bei der Rasur besser gleiten.

Vor dem Auftragen des Rasierschaums sollte das Gesicht angefeuchtet werden, damit der Rasierschaum haften bleibt. Beim Einschäumen des Gesichts fährt man sich mit dem Pinsel in leicht kreisenden Bewegungen über die Gesichtshaut. Dabei ist darauf zu achten, dass kein allzu großer Druck auf den Pinsel ausgeübt wird, um die Haare nicht zu beschädigen.

Alternativ zum Aufschlagen in einer Rasierschale kann die Rasierseife oder -creme auch direkt im Gesicht oder in der Handinnenfläche aufgeschäumt werden.

 

Rasierpinsel richtig pflegen

Für eine lange Lebensdauer müssen Rasierpinsel einer besonderen Pflege unterzogen werden. Nach dem Gebrauch sollten Rasierpinsel ca. 15-20 Sekunden mit fließendem, warmem Wasser ausgespült werden. Dies verhindert, dass sich Seifenreste im Pinselhaar ablagern und die Haarstruktur beschädigen. Achten Sie stets darauf das Wasser nicht von oben in den Rasierpinsel zu geben. Es sollte immer vom Griff in Richtung Spitze gespült werden um die Haare nicht zu beschädigen. Im Pinselhaar verbleibende Seife kann schon nach wenigen Tagen dazu führen, dass die empfindlichen Haare spröde werden und brechen.

Nach dem Ausspülen des Rasierpinsels wird das Restwasser ausgeschleudert. Anschließend wird der Rasierpinsel entweder hängend oder stehend an einem gut durchlüfteten Ort gelagert. Zur stehenden oder hängenden Aufbewahrung gibt es unterschiedliche Auffassungen. Während die langjährige Schulmeinung davon ausging, dass Rasierpinsel ausschließlich hängend gelagert werden sollten, haben neuere Versuche ergeben, dass ein stehend gelagerter Rasierpinsel schneller trocknet.

Da die Haare von Rasierpinseln in der Regel Naturprodukte sind, dürfen sie keinesfalls mit scharfen Reinigern behandelt werden. Stattdessen sollte der Pinsel nach längerer Verwendung entweder in lauwarmem Wasser unter Zugabe eines milden Haarwaschmittels oder mit einem im Handel erhältlichen Rasierpinselreinigungsmittel behandelt werden. So haben Sie lange Freude an Ihrem Rasierpinsel.


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